Wer an Künstliche Intelligenz denkt, denkt an Chips, Algorithmen, Trainingsdaten – selten an Ventilatoren. Dabei ist Kühlung eine der unterschätztesten Voraussetzungen für den KI-Boom, den wir gerade erleben.

Jede KI-Anfrage, jedes trainierte Modell läuft am Ende auf physischer Hardware in einem Rechenzentrum – und diese Hardware erzeugt enorme Mengen an Abwärme. Ohne zuverlässige Kühlung würden Prozessoren und Speicher innerhalb kürzester Zeit überhitzen und ausfallen. Die Kühlung macht dabei nach Branchenangaben bis zu 40 Prozent des gesamten Energiebedarfs eines Rechenzentrums aus – ein erheblicher Faktor, sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.

Kühlung
Kühlung durch KI

Und der Bedarf wächst rasant: In Deutschland soll sich der Energiebedarf von KI-Rechenzentren bis 2030 vervierfachen. Jedes neue KI-Rechenzentrum, jeder neue Trainingscluster braucht also nicht nur mehr Rechenleistung, sondern auch entsprechend mehr Kühlkapazität.

Wer davon profitiert – auch aus Baden-Württemberg

Genau hier setzt ein Unternehmen an, das ich in meiner Reihe der Firmen-Steckbriefe bereits vorgestellt habe: Ziehl-Abegg aus Künzelsau. Was auf den ersten Blick wie klassischer Maschinenbau wirkt – Ventilatoren und Antriebstechnik – ist inzwischen ein gefragter Baustein der KI-Infrastruktur. Das Unternehmen liefert hocheffiziente Ventilatoren und intelligente Regeltechnik speziell für die Kühlung von Rechenzentren.

Wie stark diese Nachfrage aktuell ist, zeigt eine kürzliche Ankündigung: Ziehl-Abegg investiert zusätzlich 90 Millionen Euro in den Ausbau seiner weltweiten Produktionskapazitäten – ausdrücklich mit Verweis auf die stark wachsende Nachfrage aus dem Umfeld von KI-Rechenzentren. An manchen Standorten wird inzwischen im Dreischichtbetrieb produziert, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Die unsichtbare Seite der KI-Revolution

Das zeigt eine Seite der KI-Entwicklung, die in der öffentlichen Debatte oft zu kurz kommt: Der Fortschritt bei Sprachmodellen und Bildgeneratoren hängt nicht nur von klugen Algorithmen ab, sondern ebenso von unscheinbaren, aber lebensnotwendigen physischen Komponenten wie Ventilatoren, Kühlsystemen und Energieinfrastruktur. Und ein gutes Stück dieser Infrastruktur kommt, wie sich zeigt, direkt aus Baden-Württemberg.