Teil 1: Der Stromhunger der Datenfabriken
Ein Rechenzentrum wirkt von außen unspektakulär – ein grauer Zweckbau, umzäunt, ohne Fenster, oft am Stadtrand oder mitten im Nirgendwo. Was sich dahinter abspielt, ist inzwischen eine der größten industriellen Kraftanstrengungen unserer Zeit: Der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren lag 2024 bei 415 Terawattstunden – die Internationale Energieagentur rechnet mit einer Verdopplung auf 945 Terawattstunden bis 2030. Allein auf KI ausgerichtete Rechenzentren könnten 2026 rund 90 Terawattstunden verbrauchen, gegenüber gerade einmal sechs Terawattstunden im Jahr 2022.
Zur Einordnung, was das bedeutet: Der komplette Rechenzentrums-Stromverbrauch entspricht inzwischen etwa dem Stromverbrauch Japans – eines der größten Industrieländer der Welt. Und die Wucht steckt vor allem in einem einzigen Hardware-Typ: Sogenannte "beschleunigte" Server, also Hochleistungsrechner mit spezieller KI-Hardware, sollen ihren Strombedarf zwischen 2025 und 2030 um 225 Prozent steigern – konventionelle Server dagegen nur um 52 Prozent. KI ist also nicht nur ein Software-Phänomen, sondern ein knallharter Stromfresser.
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- Geschrieben von: Thomas Messer
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Cloud & Souveränität
Digitale Souveränität ist kein Schlagwort mehr – sie ist eine unternehmerische Notwendigkeit. Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) hat das früh erkannt und 2018 eine eigene Cloud-Plattform ins Leben gerufen: STACKIT.
Kern der Idee: alle Daten, alle Infrastruktur, alle Administration – konsequent in Deutschland, außerhalb des Zugriffs US-amerikanischer Behörden nach dem CLOUD Act. Rechenzentren in Deutschland, betrieben ausschließlich durch eigenes Personal, zertifiziert nach dem BSI-C5-Standard.
„Wer eine souveräne Cloud nutzt, übernimmt mehr Eigenverantwortung für Betrieb, Sicherheit und Optimierung – eine bewusste Entscheidung für Kontrolle, Transparenz und Datenhoheit."
Technisch setzt STACKIT auf bewährte Standards: S3-kompatibles Object Storage, Block Storage, WORM-basierte Langzeitarchivierung sowie Integration in gängige DevOps-Werkzeuge wie Terraform. Unternehmen aus Finanz, Gesundheit und öffentlicher Verwaltung finden hier eine rechtskonforme Alternative zu AWS, Azure und Google Cloud.
Die Grenzen sind ehrlich benannt: globale Reichweite und die schiere Servicetiefe der Hyperscaler kann STACKIT nicht ersetzen. Doch als Gegenentwurf zum Modell der Abhängigkeit setzt die Plattform ein klares Zeichen – die Cloud muss nicht zwingend aus Übersee kommen.
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- Geschrieben von: Thomas Messer
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