Künstliche Intelligenz – Zwischen Verheißung und Wirklichkeit
Reflexionen und Einblicke aus jahrzehntelanger IT-Praxis
Wer Jahrzehnte in der IT-Branche gearbeitet hat, kennt das Muster: Eine neue Technologie erscheint, die Begeisterung überschlägt sich, die Versprechen werden größer – und irgendwann landet man bei der nüchternen Frage: Was steckt wirklich dahinter?
Bei Künstlicher Intelligenz ist diese Frage schwieriger zu beantworten als bei vielen Technologien zuvor. Nicht weil KI kein echtes Potenzial hätte – sondern weil der Begriff selbst so inflationär verwendet wird, dass er kaum noch etwas bedeutet. Und wie schon bei früheren Technologiewellen gilt: Hinter jedem KI-Modell steckt am Ende physische Infrastruktur, die irgendwo Daten speichert, bewegt und verarbeitet – ein Thema, das mir aus eigener beruflicher Erfahrung besonders vertraut ist.
Was Sie hier erwartet
🔧 KI im Alltag Konkrete Tools und Anwendungen – was funktioniert wirklich, was ist Marketingversprechen?
💾 KI & Infrastruktur
📈 KI & Kapitalmärkte Bewertungen, Börsengänge, Finanzierungsrunden: Wie sich der KI-Boom in Aktienkursen, IPOs und Investitionsentscheidungen niederschlägt – nüchtern eingeordnet statt hochgejubelt.
🌍 KI & Gesellschaft Arbeit, Vertrauen, Demokratie – was passiert, wenn Maschinen menschliche Aufgaben übernehmen?
🏭 KI-Wirtschaft regional Baden-Württemberg zwischen Bosch, SAP, Trumpf und einer wachsenden Startup-Szene.
🔍 Kritische Perspektiven Jenseits des Hypes – fundierte Einordnung statt technologischem Utopismus.
Die unbequeme Frage
Deutschland hat technologische Umbrüche schon öfter verschlafen – das Internet, die Plattformökonomie, das Smartphone. Jedes Mal war die Erkenntnis dieselbe: zu langsam, zu vorsichtig, zu sehr mit Regulierung beschäftigt, während anderswo gebaut wurde.
Ist es bei KI anders? Oder stellen wir die Frage wieder zu spät?
Die Perspektive hier
Die Beiträge in diesem Blog entstehen aus der Perspektive eines Menschen, der Technologieentwicklungen über Jahrzehnte aus der Praxis heraus beobachtet und mitgestaltet hat – als ehemaliger Geschäftsführer im Bereich Datenspeicherung ebenso wie als aufmerksamer Beobachter der Finanzmärkte. Mit Neugier, aber ohne Euphorie. Sachlich, wo es möglich ist. Kritisch, wo es nötig ist. Und gelegentlich auch persönlich, weil manche Entwicklungen zu bedeutsam sind, um sie nur von außen zu betrachten.
Wöchentlich neue Beiträge – vielleicht jeden Donnerstag.
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- Geschrieben von: Thomas Messer
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Unabhängigkeit von Amazon, Google, Microsoft, Dropbox & Co.
Die großen Tech-Konzerne haben enormen Einfluss auf unser digitales Leben. Sie sammeln Daten, analysieren Verhalten und verdienen damit Milliarden. Der Weg zur digitalen Souveränität ist nicht einfach und auch nicht kostenlos – aber er ist möglich und lohnenswert für die persönliche Privatsphäre und Datenkontrolle.
📦 Amazon – Die einfachste Unabhängigkeit
Keine Amazon-Geräte (kein Echo, Kindle, Fire TV etc.) vorhanden – das ist schon die halbe Miete! Keine Apps installiert, keine Abos aktiv.
- Lokaler Handel bevorzugen: Einkauf im Laden vor Ort – unterstützt die lokale Wirtschaft und vermeidet Amazon komplett
- Alternative Online-Händler: Kaufland.de, Otto.de, regionale Online-Shops, Hersteller-Direktverkauf
- Gebraucht kaufen: eBay Kleinanzeigen, lokale Flohmärkte, Second-Hand-Shops
- Keine Amazon-Geräte anschaffen: Weiterhin konsequent auf Echo, Kindle, Fire TV etc. verzichten
🔍 Google – Die größte Herausforderung
Google ist tief in unser digitales Leben integriert. Eine vollständige Unabhängigkeit ist nicht schnell erreichbar und erfordert Zeit, Geduld und finanzielle Investitionen. Besonders kritisch: Der Google-Passwortmanager speichert hunderte Zugangsdaten.
Die Google-Dienste und ihre Alternativen:
| Google Mail (Gmail) | Alternative: Proton Mail (Schweiz, Ende-zu-Ende verschlüsselt) Status: ⚠️ Langfristiger Übergang nötig Gmail-Adresse wird noch lange parallel benötigt (Kontakte, Dienste, Newsletter) |
| Google Drive | Alternative: Proton Drive Status: ⚠️ Migration aufwändig Alle Dateien müssen manuell übertragen werden |
| Google Passwortmanager | Alternative: Proton Pass, Bitwarden, 1Password Status: 🚫 Größte Hürde! Hunderte Passwörter müssen einzeln übertragen und getestet werden. Das dauert Wochen! |
| Google Kalender | Alternative: Proton Calendar Status: ✓ Relativ einfach Export/Import per .ics-Datei möglich |
| Google Maps | Alternative: OpenStreetMap, HERE WeGo, Apple Maps Status: ✓ Einfach Einfach andere App nutzen |
| YouTube | Alternative: Keine wirkliche Alternative vorhanden Status: 🚫 Praktisch unmöglich YouTube ist faktisches Monopol für Videoinhalte |
| Google Suche | Alternative: DuckDuckGo, Startpage, Ecosia Status: ✓ Sehr einfach Einfach Standardsuchmaschine im Browser ändern |
Google ist "kostenlos" – man bezahlt mit seinen Daten. Die Alternativen kosten echtes Geld:
Proton-Preise (Stand Februar 2026):
- Proton Free: 0 EUR/Monat – 5 GB Speicher, 1 E-Mail-Adresse, begrenzte Funktionen
- Proton Mail Plus: ca. 4 EUR/Monat (bei Jahresabo) – 15 GB, 10 E-Mail-Adressen
- Proton Unlimited: ca. 10 EUR/Monat (bei Jahresabo) – 500 GB Speicher + Mail + Drive + VPN + Calendar + Pass (Passwortmanager)
- Proton Duo: ca. 15 EUR/Monat – für 2 Personen, 1 TB Speicher
- Proton Family: ca. 24 EUR/Monat – für bis zu 6 Personen, 3 TB Speicher
Empfehlung: Proton Unlimited (10 EUR/Monat) bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, da alle Dienste enthalten sind.
Phase 1 (Monat 1-3): Proton-Konto einrichten, erste Dienste testen, Kalender migrieren
Phase 2 (Monat 4-6): Wichtige Kontakte über neue E-Mail-Adresse informieren
Phase 3 (Monat 7-12): Passwortmanager-Migration (sehr zeitaufwändig!)
Phase 4 (Jahr 2): Drive-Inhalte übertragen, Gmail nur noch als Backup
Phase 5 (Jahr 3+): Vollständige Unabhängigkeit – Gmail eventuell nur noch als Weiterleitung
💻 Microsoft – Abhängig vom System
- Windows: Betriebssystem auf den meisten PCs – Alternative: Linux (Ubuntu, Linux Mint) oder macOS
- Office 365: Word, Excel, PowerPoint – Alternative: LibreOffice (kostenlos), Google Docs (ironischerweise)
- OneDrive: Cloud-Speicher – Alternative: Proton Drive, Nextcloud
- Outlook: E-Mail-Client – Alternative: Thunderbird (kostenlos), Proton Mail
Windows kann man behalten, wenn man es bereits besitzt. Die Unabhängigkeit erreicht man durch:
• Keine Nutzung von Microsoft-Cloud-Diensten (OneDrive)
• Lokale Office-Lizenz statt Office 365-Abo
• Alternativen zu Microsoft-Apps (Edge → Firefox, Outlook → Thunderbird)
📁 Dropbox – Einfach zu ersetzen
- Proton Drive: Ende-zu-Ende verschlüsselt, Schweizer Datenschutz
- Nextcloud: Selbst gehostet (eigener Server) – maximale Kontrolle
- pCloud: Schweizer Anbieter mit Lifetime-Lizenz möglich
- Sync.com: Kanadischer Anbieter mit Zero-Knowledge-Verschlüsselung
🎯 Gesamtstrategie & Zusammenfassung
Vollständige Unabhängigkeit von allen Tech-Giganten ist praktisch unmöglich und auch nicht immer sinnvoll. Das Ziel sollte sein: Reduzierung der Abhängigkeit und bewusster Umgang mit Daten.
Empfohlene Schritte in der Reihenfolge:
- ✅ Amazon meiden – lokal oder bei Alternativen kaufen
- ✅ Google Suche durch DuckDuckGo ersetzen
- ✅ Browser auf Firefox oder Brave umstellen
- ✅ Google Maps durch OpenStreetMap ersetzen
- ⚠️ Proton Unlimited-Abo abschließen (Mail + Drive + Calendar + Pass + VPN)
- ⚠️ Proton Mail als zweite E-Mail-Adresse einrichten
- ⚠️ Google Kalender zu Proton Calendar migrieren
- ⚠️ Dropbox durch Proton Drive ersetzen
- 🚫 Google Passwortmanager zu Proton Pass migrieren (sehr zeitaufwändig!)
- 🚫 Gmail schrittweise durch Proton Mail ersetzen
- 🚫 Google Drive zu Proton Drive migrieren
- 🚫 Gmail nur noch als Backup/Weiterleitung nutzen
💰 Kostenübersicht pro Monat:
| Dienst | Google (kostenlos) | Proton Alternative |
| E-Mail (15 GB) | 0 EUR | Inkl. in Unlimited |
| Cloud-Speicher (500 GB) | ca. 2-3 EUR (Google One) | Inkl. in Unlimited |
| Kalender | 0 EUR | Inkl. in Unlimited |
| Passwortmanager | 0 EUR | Inkl. in Unlimited |
| VPN | Nicht enthalten | Inkl. in Unlimited |
| GESAMT | 0-3 EUR/Monat | ~10 EUR/Monat (120 EUR/Jahr) |
Für Privatsphäre zahlen vs. mit Daten bezahlen:
• Google analysiert alle E-Mails, Kalendereinträge, Suchanfragen und Dokumente für Werbezwecke
• Proton kann deine Daten technisch nicht lesen (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung)
• 10 EUR/Monat = 1-2 Kinokarten = 3-4 Kaffee im Café
• Deine Privatsphäre ist das wert – oder nicht?
🎯 Die realistische Schlussfolgerung
Amazon: ✅ Sehr einfach – einfach meiden. Kosten: 0 EUR
Google: ⚠️ Sehr schwierig – dauert 2-3 Jahre. Kosten: ~10 EUR/Monat
Der Google-Passwortmanager ist die größte Hürde. Eine schnelle Unabhängigkeit ist unrealistisch.
Microsoft: ⚠️ Mittelschwer – Windows behalten, Cloud-Dienste ersetzen. Kosten: 0-10 EUR/Monat
Dropbox: ✅ Einfach – Dateien rüber, Abo kündigen. Kosten: 0 EUR (Teil von Proton)
Gesamtkosten für maximale Unabhängigkeit: ~10 EUR/Monat (Proton Unlimited)
"Privatsphäre ist kein Produkt, sondern ein Menschenrecht. Aber leider kostet es heute Geld, dieses Recht zu schützen."
Stand: Februar 2026
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- Geschrieben von: Thomas Messer
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